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Ein halbes Jahr Grossratspräsidium

Aktualisiert: 15. Feb.



Seit einem halben Jahr nehme ich nun in etwas ungewohnter Form an der Session teil: Als Teil des Grossratspräsidiums habe ich zwar einen Platz in der ersten Reihe, aber meine Stimme bleibt – zumindest in der Debatte – still. Für eine Fraktionspräsidentin ist das etwa so, wie wenn man einer Bandleiterin das Saxophon wegnimmt: Die Leidenschaft bleibt, man muss sich ein neues Instrument suchen.

Und ich habe eines gefunden: die Perspektive.

Statt selbst in die Diskussion einzugreifen, erlebe ich nun hautnah, wie sich Debatten entfalten, wie Argumente fliegen, landen oder manchmal auch verpuffen – und wie viel gute Zusammenarbeit im Saal steckt, wenn man sie einmal etwas von der Distanz betrachtet. Hinter den Kulissen unterstuetze ich weiterhin die Vorbereitung unserer Traktanden und politischen Schwerpunkte. Nur eben ohne den direkten Mikrofon-Einsatz. Eine spannende Uebung in Gelassenheit!


Ein halbes Jahr voller Begegnungen

Was mich besonders bereichert, sind die vielen Anlaesse, zu denen ich als Mitglied des Praesidiums eingeladen werde. Oft fuehle ich mich wie auf einer kleinen Weltreise – einfach ohne Jet lag:

  • Cheese-Award – wo ich gelernt habe, dass Politik und Kaese mehr gemeinsam haben, als man denkt: Beides braucht Reife, Geduld und manchmal ein kraeftiges Aroma.

  • 100 Jahre Freundschaft Türkei–Schweiz – eine Erinnerung daran, wie wertvoll Dialog und Beziehungen ueber Grenzen hinweg sind.

  • Ordination der reformierten Pfarrerinnen und Pfarrer – ein stiller, feierlicher Moment, der zeigt, wie vielfaeltig die Verantwortungstraeger in unserem Kanton sind.

  • Internationaler Tag der Migranten – ein Anlass, der bewegt und daran erinnert, wie viele Geschichten, Hoffnungen und Talente in unserem Kanton zusammenkommen.

  • Nationalfeiertag Saudi-Arabiens – mit faszinierenden Einblicken in ein Land im Wandel und in die diplomatischen Beziehungen, die weit ueber den Festakt hinausgehen.


Diese Begegnungen zeigen mir, wie bunt und vielfaeltig unser Kanton ist und wie viel politische Arbeit dort stattfindet, wo Menschen zusammenkommen, sprechen, feiern, lachen – und manchmal eben auch Kaese praemieren.


Von der Rednerin zur Beobachterin – und wieder zurück

Auch wenn ich aus Protokollgruenden nicht mehr zu laufenden Geschaeften spreche, bleibt mein politisches Herz laut. Ich merke: Es tut gut, einmal aus einer anderen Rolle zuzuschauen. Es schaerft den Blick fuer das Ganze, staerkt die Zusammenarbeit im Hintergrund – und erinnert daran, dass Politik nicht nur im Saal stattfindet, sondern ueberall dort, wo wir Menschen begegnen.


Fazit: Ein Perspektivenwechsel, der Freude macht

Mein erstes halbes Jahr im Grossratspraesidium war lehrreich, ueberraschend, manchmal herausfordernd – und immer bereichernd. Ich freue mich, weiterhin im Team zu wirken, neue Einsichten mitzunehmen und meine Freude an der politischen Arbeit mit euch zu teilen.




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