Stiftung Wohnhaus Belpberg zieht nun doch vorübergehend in das ehemalige Spital Münsingen
- katharina_baumann

- 18. Feb.
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Aktualisiert: 24. Feb.
Radio-Beitrag bei neo1 vom 16.2.2026

Der Stiftungsrat der Stiftung Wohnhaus Belpberg hat ein Angebot der Spitalnetz Bern Immobilien AG angenommen, das ehemalige Spital Münsingen als provisorische Wohnlösung während einer Gesamtsanierung für eine begrenzte Zeit zu mieten.
Ab Februar 2026 sollen die Wohnräume an der Belpbergstrasse einer Gesamtsanierung unterzogen werden. Werterhaltung, Funktionalität und Komfort zur Steigerung des Wohlbefindens und der Selbständigkeit sind Ziele der Sanierung. Für die Bewohnenden, die zum Teil schwere körperliche Beeinträchtigungen haben, musste eine alternative provisorische Wohnlösung gefunden werden. Das nahegelegene Spital Münsingen ist hierfür sehr gut geeignet. Zunächst wurde der Bitte der Stiftung WHB, die Liegenschaft während der Gesamtsanierung nutzen zu können, vorerst eine Absage erteilt. Dies, weil ein neues Nutzungskonzept für das Spital Münsingen vorliegt und ein Projekt gestartet werden sollte (vgl. verwandte Berichte von neo1).
Bewohner sind unzufrieden und äussern ihren Unmut
«Die Absage wurde von den betroffenen Menschen mit grossem Unverständnis und Enttäuschung aufgenommen», erklärt der Betriebsleiter Christof Stöckli. «Für sie ist ein Umzug an sich schon eine riesige Herausforderung, ein Ortswechsel noch viel gravierender. Die Enttäuschung war umso grösser, weil das Spital ungeachtet der geplanten Neunutzung immer noch leer stand», so Stöckli weiter. Daher gelangte Marco Baumann, ein besorgter Bewohner, zusammen mit der Betriebsleitung an die Medien. Zusätzlich wurden die lokalen Politiker, der Gesundheits- und Sozialdirektor, sowie die Präsidentin des Vereins FGW Aaaretal angeschrieben. Erfolgreich: «Denn nun kam Bewegung in die Sache», erklärt Stöckli.
Unterstützung und Zusage vor Weihnachten
Katharina Baumann, Grossrätin und Präsidentin des Vereins FGW Aaretal, setzte sich beim Gesundheitsdirektor des Kantons Bern, Pierre-Alain Schnegg, und beim VR-Präsidenten der Inselgruppe, Bernhard Pulver, für das Anliegen der Bewohnenden ein. Auch weitere Persönlichkeiten reagierten auf die Medienberichte und Gesuche der Betriebsleitung. «Es waren verständnisvolle, konstruktive Gespräche und es hat sich gelohnt» sagt Katharina Baumann. In der Folge hat die Spitalnetz Bern Immobilien AG ihren abschlägigen Entscheid noch einmal überprüft und sich unter Bedingungen damit einverstanden erklärt, dass die Bewohnenden der Stiftung Wohnhaus Belpberg für die Zeit der Gesamtsanierung im Spital Münsingen wohnen dürfen. Auch die Gemeinde stimmte schliesslich einer Zwischennutzung im 2026 vorbehaltlos zu. Die Stiftung Wohnhaus Belpberg konnte zur grossen Freude der Betroffenen beginnen, den Umzug auf Februar 2026 vorzubereiten. «Das war ein ganz besonders schönes Weihnachtsgeschenk für die Betroffenen», äussert sich Stöckli begeistert.
Grosser Umzug im Februar – Rückkehr im Dezember 2026
«Dankbarkeit und Erleichterung – diese waren fast physisch zu spüren im Wohnhaus Belpberg», freut sich Christof Stöckli sichtlich. Der Umzug und die Installationen für die Zwischennutzung wurden inzwischen mit voller Kraft organisiert und sind aktuell in der Umsetzungsphase. «Der grosse Umzug findet ab Mitte Februar statt. Alle Bewohnenden und das Atelier ziehen um. Das Restaurant Bistro Belpberg, die Verwaltung, die Küche und die Wäscherei bleiben am alten Standort und versorgen die «neue Filiale», liebevoll Vogelhaus genannt, vom Hauptsitz aus», erläutert der Betriebsleiter die Herausforderungen des Umzuges.
Diese Logistik werde bis zur Rückkehr aufrechterhalten und sei Dank der örtlichen Nähe mit vertretbarem Aufwand sichergestellt. Das Sanierungsprojekt solle bis Ende November so weit abgeschlossen werden, dass im Dezember 2026 die Übergabe an den Betrieb und der Rückumzug erfolgen können. (neo1 / pd)





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